Island, Teil 4

Etwas wehmütig beginnt der letzte Tag — aber diesen Tag genießen wir genauso wie die anderen 🙂

Wir frühstücken ein letztes Mal in unserer Unterkunft, im Guesthouse Hafnerfjall und brechen dann noch fast im Dunkeln auf, Richtung Reykjavik. Da wir den ganzen Tag Zeit haben, fahren wir diesmal nicht durch den Tunnel, sondern folgen der gesamte Straße Nr. 47 durch den Hvalfjörður. Es ist der tiefste Fjord Islands, weshalb er bereits im zweiten Weltkrieg von den Alliierten als Stützpunkt benutzt wurde. Reste davon kann man heute noch sehen und wird auf Informationstafeln genauer erklärt.

Gegen Mittag kommen wir in Reykjavik an. Eine richtige Stadt, nach einer Woche wieder eine Menge Menschen. Wir spazieren durch die Innenstadt und gehen etwas essen und genießen unsere letzten Tag, der noch sehr lange werden sollte.

Es war eine traumhafte Woche in Island für uns (…aber vermutlich auch deshalb, weil wir schon fünf Jahre lang nirgendwo mehr waren.) und wir freuen uns schon sehr auf die nächste Islandreise 🙂

Insgesamt sind wir knapp 1600 km durch das Land zwischen Meer und Gletscher gefahren, haben Seehunde, heiße Quellen und viele nette Isländer in einer traumhaften aber rauhen Landschaft getroffen, deren Schönheit u.a. daran liegt, dass sie noch nicht so überbevölkert wie Mitteleuropa ist.

Unsere Rinder auf dem Weg zum Abendessen

Die Damen auf dem Weg zum Abendessen… nur unser kleines Rehlein “Gundi“ lässt sich bitten 😉

Posted by Obermassing on Donnerstag, 13. April 2017

 

Island, Teil 3

Heute, Freitag 6.1. brechen wir nach Hvammstangi in das isländische Seehundzentrum auf, weil wir Seehunde beobachten wollen. Es ist ein Forschungszentrum, wo die Lebensweise verschiedener Robbenarten erforscht wird. von 2008 bis 2011 wurde auch eine Studie durchgeführt, in wie weit der Tourismus Einfluss auf die Tierwelt (Seehunde und Vögel) hat.

Dort erfahren wir, dass die Seehunde bei beginnender Flut auf die Jagd gehen, aber wenn wir Glück haben, können wir noch welche sehen. Wir bekommen einen Plan mit Punkten, wo man sie meistens sehr gut sehen kann und brechen auf. Wir fahren zig Kilometer entlang der Straße 711 von einem Aussichtspunkt zum nächsten — keine Seehunde. Aber die Landschaft ist sehr spektakulär. Es ist kalt und leicht verschneit, den ganzen Tag ca. -3°.

Auf der Fahrt erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Reise, 65°40,7’N 020°40,5’W, es ist zugleich auch der nördlichste Punkt auf der Erde, den wir bisher im Leben erreicht haben. Weiterlesen

Island, Teil 2

Am 4.1. sind wir erst um 8:45 zum Frühstück gegangen, weil das Frühstück hier in der Aurora Lodge erst von 9-11 Uhr ist. Vielleicht gibt es ja schon Kaffee. Im Gemeinschaftsraum ist allerdings schon die Hölle los. Alles voll Asiaten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit Chinesen, hat eine Google-Befragung ergeben. Die meisten in voller Montur beim Frühstückstisch, also dicke Jacke mit Pelzkragen und Haube.

Wir finden noch einen freien Tisch und frühstücken auch – im T-Shirt. Die Isländer haben immer gut eingeheizt, es ist daher überall sehr gemütlich. Kalte oder schlecht geheizte Häuser oder Räume sind einfach ungemütlich. Das es drinnen immer so warm ist, ist sehr angenehm in Island.

Ursprünglich wollten wir eigentlich in die Gletscherlagune Jökulsarlon fahren, haben aber am Abend unseren Plan geändert und beschlossen an diesem Tag einmal weniger zu machen. Also brechen wir auf nach Stokkseyri, dort gibt es ein Museum. Wir fahren auf dem Weg dorthin wieder einmal durch Selfoss durch, das kennen wir jetzt schon 🙂 Weiterlesen

Interessantes über Island

In isländischen Ebenen gibt es überall Pferde, große Herden. Kühe sieht man auch, aber eher selten. Genau umgekehrt wie bei uns. Und stellenweise weiden man auch Schafherden.

Die Pferde sind ganzjährig im Freien, jetzt im Winter werden Heuballen dazu gefüttert, weil das Futter natürlich brauen ist. Die Ballen stellen sie einfach auf die Wiese, meistens ohne Raufe. Auch Unmengen an folierten Ballen sieht man, vermutlich Gärheu, ebenfalls für die Pferde – sonst gibt es ja kaum Nutztiere. Die Pferde sind sehr robust. Ganz anders als bei uns, wo sie teilweise behandelt und umsorgt werden, wie Schoßhündchen. Vermutlich würden es unsere Pferde eh genauso aushalten, zumindest die robusten Rassen wir z.B. die Haflinger. Weiterlesen

Island, Teil 1

Um 4 Uhr morgens startet unsere Reise — ab zum Flughafen. Die Dame beim Check-In könnte einen Oskar bekommen für die schlechtes schauspielerische Darstellung von Kundenfreundlichkeit. Generell bekommt das Reisen mit dem Flugzeug immer mehr Ähnlichkeit mit Schlachtviehtransporten, wogegen diese immer humaner werden, aber wir haben es überlebt 😉 Der Flug von Düsseldorf nach Keflavik dauerte 3 ½ Stunden, in der Maschine haben wir nicht einmal einen Kaffee oder ein Wasser bekommen (außer gegen Bezahlung), im Gegensatz zum ersten Flug von Wien nach Düsseldorf, obwohl der gerade einmal 1 ½ Stunden dauerte. Seltsam, weil es die gleiche Fluglinie war. „Sehr geehrter Vorstand von Air Berlin! Bei 600 € müssen 2 Kaffee drinnen sein.“

Nach der Ankunft am Flughafen Keflavik haben wir uns einmal etwas zu trinken und ein paar Sandwiches gekauft, einige isländische Kronen gewechselt und dann den Autovermieter angerufen, weil wir nicht wussten wohin. Der war dann auch gleich da. Er war schon vorhin am Flughafen, weil er uns früher erwartet hat. Auffallend viele Asiaten tummeln sich am Flughafen.

Das Fahrzeug haben wir dann aber gleich bekommen, einen Nissan Qashqai Allrad mit Automatik. Ist ein kleiner SUV, sehr angenehm zu fahren, wie sich noch herausstellt.

Es ist gerade Mittag, also ist es hell, ein bisschen windig und die Temperatur liegt um die Null Grad. Die Landschaft ist ziemlich weiß, alles mit ein bisschen Schnee bedeckt, gerade so viel, dass das gelb vertrocknete Gras und Steine und Felsbrocken durchschauen. Weiterlesen

6. Weststeirischer Herbstritt

Heuer haben wir uns bereits im frühen Frühjahr dazu entschlossen, die Weststeiermark und das angrenzende Slowenien mit den Pferden unsicher zu machen. Adele mit Jamy und Copy mit mir auf dem Rücken. 3-Reittage und jeweils ein An- bzw. Abreisetag war von 31.8.-4.9. geplant.

Organisiert wurde der Ritt vom Landesfachverband Steiermark Referat Wanderreiten mit dem Reit -und Ferienhof Siebernegg, wo wir und die Pferde auch nächtigten.

Mittwoch, 31.08: Anreise bis 20:00 Einteilung der Gruppen und gemeinsamer
Imbiss.

Wir reisten also an. 1 VW-Bus 1 Pferdeanhänger, Adele und ich. Nach 4,5 Stunden erreichten wir Siebernegg. Beim Anstieg zum Hof, hofften wir, dass wir richtig sind, denn die Bergstraße war recht schmal 😉
Wir und die Pferde haben die Fahrt gut überstanden und es wartete bereits eine Box und Futter auf sie. Auf uns wartete Organisator Günther Hofmann und schon einige Reiter. Wir wurden in eine Gruppe mit 6 anderen Reitern eingeteilt. Insgesamt waren 16 Pferd-Reiter-Paare am Start, davon 2 Führer, jeder für 1 Gruppe.

Donnerstag, 01.09: Frühstück, Abritt 9:00 nach Rothwein und Aibl. Mittagessen in einem weststeirischen Buschenschank. Zurück über Eibiswald. Abendessen und Nächtigung beim Siebernegg.

Eine eher kurze Runde mit nur knapp 30 km. Sozusagen zur Einstimmung. Jamy und Copy waren beide motiviert und brav bei der Sache!

Freitag, 02.09: Frühstück, Abritt 09:00 über Sv. Primož, mit herrlicher Aussicht ins Drau Tal, nach St. Bartlma in Slowenien. Kaffeepause beim Nandl.
Mittagessen St.Lorenzen in einer urigen weststeirischen Gaststätte. Zurück
über Wander-und Forstwege in Slowenien. Abendessen und Nächtigung beim
Siebernegg.

Viel in Slowenien unterwegs. Der längste Reittag mit mehr als 30 Kilometern und ein paar Kletterübungen für Pferd und Reiter. Den abenteuerlichen Abstieg über die Down-Hill-Strecke werden Copy und ich so schnell nicht vergessen, es war einfach toll 😀 Sowas schweißt Pferd und Reiterin schon zusammen 😀

Samstag, 03.09: Frühstück, Abritt 09:00 nach Radlje. Mittagessen in einer Gostilna am anderen Ufer der Drau. Zurück über die Dreikönigskirche. Abendessen und Nächtigung beim Siebernegg.

Der letzte Tag war für mich der schönste Tag von der Strecke und von der Gruppe. Jeder hat seinen Platz gefunden und auch unserer Führer Günther wusste, dass er sich auf uns und unsere Pferde verlassen kann.

Sonntag,04.09: Frühstück, Rückreise.
Wie zwei Profis sind Copy und Jamy wieder auf den Hänger gestiegen und wir haben die Rückreise antreten können 🙂 Ebenfalls ohne Stau.

Fazit: Man soll das Gelände nicht unterschätzen. Täglich mehr als 1000 Höhenmeter und eine Strecke von 30-35 Kilometer. 1 Pferd hat die Anstrengung nicht ausgehalten und Pferd und Reiter mussten am zweiten Tag abbrechen. Ein weiteres Pferd war barhuf unterwegs und musste dann am 3. Tag daheim bleiben. Die Wege sind sehr schottrig und daher empfehle ich jedenfalls Hufschutz auf allen 4 Hufen. Ein Pferd war mit Hufschuhen unterwegs, was auch super geklappt hat.

  • Essen: TOP
  • Unterkunft für uns Zweibeiner: TOP
  • Organisation: TOP (für jeden gabs eine Plankette)
  • Wetter: hätte nicht besser sein können 😀

Danke Adele fürs Fahren 😀 Ob wir wieder kommen wird sich zeigen…. Vielleicht erkunden wir aber auch eine andere Gegend in Österreich.