Island, Teil 3

Heute, Freitag 6.1. brechen wir nach Hvammstangi in das isländische Seehundzentrum auf, weil wir Seehunde beobachten wollen. Es ist ein Forschungszentrum, wo die Lebensweise verschiedener Robbenarten erforscht wird. von 2008 bis 2011 wurde auch eine Studie durchgeführt, in wie weit der Tourismus Einfluss auf die Tierwelt (Seehunde und Vögel) hat.

Dort erfahren wir, dass die Seehunde bei beginnender Flut auf die Jagd gehen, aber wenn wir Glück haben, können wir noch welche sehen. Wir bekommen einen Plan mit Punkten, wo man sie meistens sehr gut sehen kann und brechen auf. Wir fahren zig Kilometer entlang der Straße 711 von einem Aussichtspunkt zum nächsten — keine Seehunde. Aber die Landschaft ist sehr spektakulär. Es ist kalt und leicht verschneit, den ganzen Tag ca. -3°.

Auf der Fahrt erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Reise, 65°40,7’N 020°40,5’W, es ist zugleich auch der nördlichste Punkt auf der Erde, den wir bisher im Leben erreicht haben.

Beim “Rock Thing“, ein Einzelfelsen namens Hvítserkur,  sehen wir dann auch tatsächlich einen, auf ca. 300 m im Wasser schwimmen. Wir hatten zwar gehofft, sie etwas näher zu sehen, aber immerhin 🙂 Voll Begeisterung fahren wir zurück ins Seehundzentrum, wo es auch ein Museum gibt, das wir uns ansehen.

Danach brechen wir wieder zu unserem Hotel auf. Dabei kommen wir auch bei einem Friedhof vorbei. Wir haben schon bei anderen Friedhöfen beobachtet, dass diese sehr schön bunt beleuchtet sind.

Insgesamt waren wir 350 km unterwegs, war ein langer Tag. Am Abend suche ich auf der OSM Karte im Osmand und im Internet nach Punkten, für den nächsten Tag. Da finde ich durch Zufall einen weiteren Seal Watching Point. Die Seehunde leben grundsätzlich fast überall, aber an manchen Stellen finden sie sich halt zusammen. Ich schauen im Gezeitenkalender im Internet nach, der Tiefststand ist ca. um 8 Uhr in der Früh, dann beginnt das Wasser wieder zu steigen, Höchststand ist im ca. 14:30.

Also brechen wir am 7.1. gleich nach dem Frühstück auf Richtung Halbinsel Snæfellsnes im Nordwesten, zu früh hat auch keinen Sinn, weil man vor 10 Uhr fast keine Chance hat etwas zu sehen, weil es zu finster ist. Um ca. 10:30 sind wir dort, ganz alleine auf dem Parkplatz. Es ist windig, ca. +2° und ich ziehe meine Ölzeugjacke an. Petra bleibt einstweilen im Auto sitzen.

Was ist das? Ein Lastwagen? Erst wie das Fahrzeug näher kommt können wir sehen, dass ganzer Autobus gerade die schmale Schotterstraße entlang kommt. Schnell gehe ich zum Strand, bevor die Seehunde flüchten.

Da sind aber eh keine und ich weiter entlang der Lavafelsen, die ins Meer ragen. Ein paar hundert Meter hinter schwärmen die Touristen wie Ameisen aus dem Bus aus und ich halte genau Ausschau. Von gestern weiß ich bereits, dass man sehr genau schauen muss. Ich bleibe bestimmt 20 Minuten dort stehen, bis ich entlang einer Lavazunge einen seltsamen gebogenen Stein entdecke, der sich zu bewegen scheint.

Die Autobustouristen sind inzwischen wieder verschwunden. Ich gehe noch weiter, bis ca. 100 m heran und tatsächlich, es ist ein Seehund 🙂 Und dann sehe ich dort eine Menge weiterer Tiere, mindestens 5 oder 6. Die sind so gut getarnt, dass man sie zwischen den Felsen fast nicht erkennen kann. Ich hole Petra und wir beobachten beide weiter. Ein paar schwimmen im Wasser, andere liegen auf Steinen faul herum 🙂

Wir fahren weiter, um noch weitere Dinge zu sehen. Ganz im Westen dieser Halbinsel ist ein Naturschutzgebiet. In dem liegt der Snæfellsjökull, den wir auch umrunden. Das ist der Berg in dem sich der Eingang zum Mittelpunkt der Erde in Jules Vernes Roman “Die Reise zum Mittelpunkt der Erde” befindet.

Zwischendurch gehen wir in dem kleinen Ort Hellnar auf einen Kaffee. Unmittelbar nachdem wir unsere Sachen bekommen haben bleibt derselbe Autobus stehen, und die Passagiere suchen das Cafe heim.

Auf der weiteren Fahrt bleiben wir immer wieder stehen und wandern durch bemooste Lavafelder, die Schlucht Rauðfeldsgja mit einem Wasserfall, und auch zum Leuchtturm Öndverðarnes, der am westlichsten Ende der Halbinsel Snæfellsnes errichtet wurde. Das ist auch zugleich der westlichste Punk unserer Reise, 64°53,1’N 024°02,8’W.

Beim Fotografieren und Filmen der Atlantikwellen werde ich dann einmal kräftig geduscht…Als Seefahrer sollte ich eigentlich wissen, dass jede zwölfte Welle größer ist. Aber die Ölzeugjacke ist dicht 🙂 Die Wassertemperatur liegt bei ca. 6°, das ist im Gesicht ziemlich kalt, habe keine doch Fettschicht wie Seehunde, denn die funktioniert sehr gut 🙂

Auf der weiteren Reise kommen wir an einem Langwellensender vorbei, der mit 416 m der höchste Sender Europas ist. Die Abenddämmerung hat begonnen, die Heimreise auch. Dabei kommen wir noch bei den Fischerdörfern Rif, Olafsvik und Grundarfjörður und beim Kirkjufell vorbei, ein spitzer, sehr symmetrischer Berg.

326 km haben wir inklusive Wanderungen wieder zurück gelegt.


Kommentare

Island, Teil 3 — 2 Comments

  1. Hey Petzi!
    Soso vü schen! Das war sicher ein super toller Urlaub!!! :o)
    Vielleicht schaffen wir wieder ein Kaffeetscherl?? Bisschen tratschen und so?
    LieGrü, Christine

  2. War eine coole Reise. Ich beneide euch und würde auch gern mal hinfahren. Habt Ihr dann letztendlich die Töpfe verwenden können.
    Grüß Euch
    Wolfi

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*